Frankreich 2

Auf engen Straßen durch die Weinberge des Corbier fahre ich von St. Paul zu meinem nächsten Ziel: Lagrasse. Es ist Ostern und der Ort mit seinem Kloster und dem mittelalterlichen Dorfkern ist gut besucht. Plötzlich sind wegen der Ferien wieder Familien mit Kindern und junge Leute unterwegs.

Von hier aus gibt es mal eine längere Fahrstrecke, vorbei an Toulouse nach Cahor in das Tal der Lot. Eine unglaublich schöne Gegend zum Wandern und Motorad fahren. Als Standort wähle ich einen Campingplatz in Cabrerets. Für 7.50€ kann man es hier ein paar Tage aushalten.

Der Bach Cele münder 7 km unterhalb von Cabrerets in die Lot. Hier gibt es einen schönen Wanderweg immer am Fluß entlang von Bouzies nach St.Cirq-Lapopie.

St Cirq-Lapopie rühmt sich eines der schönsten Dörfer Frankreichs zu sein. Tatsächlich ist der mittelalterliche Ort gut besucht. Es sind immerhin noch Osterferien und viele nutzen das warme Wetter für einen Ausflug.

Ich dreh noch einen Runde mit dem Moped durch einige andere Dörfer. Aber alle erscheinen mit der Zeit gleich. Alles hier ist noch aus dem Mittelalter.

Etwa eine halbe Stunde Fußmarsch vom Campingplatz entfernt liegt das Highlight der Gegend: Pech Merle ist eine Tropfsteinhöhle wie aus dem Bilderbuch und an einigen Wänden haben sich vor ca. 25 000 Jahren Menschen verewigt. Gravuren von Mammuts und Handabdrücke sind zu sehen. Das Fotografieren in der Höhle war streng verboten, deshalb gibt davon keine Bilder zu sehen.

Über eine steinige und karge Hochebene bin ich unterwegs nach Padirac. Schon vor 5000 Jahren haben die Menschen hier Dolmen errichtet. Die Gegend ist durchzogen von netten Steinmäuerchen damit die Schafe nicht weglaufen.

Am Himmel drehen Flugzeuge ihre Warteschleifen.

Es gibt sogar ein vor ca. 80 Jahre verlassenes Dorf. Viel ist nicht mehr übrig aber trotzdem sehenswert.

Padirac ist ein gewaltiges 70 Meter tiefes Loch im Boden das entstanden ist als eine Höhle einstürzte. Diese Höhle wurde geformt von einem unterirdischen Bach. Netterweise gibt es fast nebenan einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz.

Per Treppe oder Fahrstuhl erreicht man den Höhlengrund. Von dort führt ein 400 Meter langer Weg durch eine eng Schlucht mit 50 Meter Deckenhöhe bis zu einem Unterirdischen Hafen. Dort steigt man um in ein Boot das einen nochmals 500 Meter weiter in die Höhle führt. Die Dimensionen dieser Höhle sind gigantisch.

Und auf dem gleichen Weg den man gekommen ist geht es auch wieder zurück.

Nur 70 Km sind es zu meinem nächsten Ziel. La Tour Merle ist eine Burgruine in einem Talkessel wie aus dem Bilderbuch. Um dort hin zu gelangen fahre ich durch das malerische Tal der Dordogne bis in den kleinen Weiler Saint-Geniez-o-Merle. Dort hat ein freakiger Holländer einen kleinen Campingplatz.

Die Reise geht weiter ins 40 Kilometer entfernte Salers. Das soll ein charmantes mittelalterliches Dörfchen sein. Jetzt hab ich zwar schon genug Mittelalter gehabt, aber Salers hebt sich durch völlig andere Architektur von den anderen Dörfern ab.

Salers ist außerdem Startpunkt für Wanderungen auf den 1582 Meter hohen Puy Mary. Das Wetter ist perfekt und ich kann schöne Touren zu Fuß und mit dem Moped unternehmen.

Die Region ist bekannt für seinen Käse. Die Milch dafür liefern die nach der hier vorkommenden Rinderrasse.

In der Broschüre die ich bei der Tourist Info erhalte ist auch eine Werbung für eine Schneckenzucht in der Nähe von Mauriac. Auf der Weiterfahrt gehe ich dort vorbei, aber leider gibt es dieses Jahr keine Schnecken.

Weiter Richtung Clermont Ferrand durch die Vulkane der Auvergne mache ich Halt in Mont Dore. Das ist ein bekanntes Skigebiet mit dem 1886 Meter hohe Puy de Sancy als höchster Berg des Zentralmassivs. Im Ort gibt es einen Wohnmobilstellplatz für 12 Euro. Aber der ist umgeben von mehreren Straßen und recht laut. Nur 1 Km außerhalb finde ich einen sehr ruhigen Campingplatz der auch noch 2 Euro billiger ist. Ich bleibe 5 Tage und unternehme mehrere Touren auf die umliegenden Berge.

Kurz vor dem Gipfel erwischt mich das schlechte Wetter und ich habe Null Sicht. Aber der Weg war schön und nach 5 Stunden bin ich wieder zurück.

Schon am nächsten Tag ist es richtig schön und ich steige auf die Berge der anderen Talseite.

Hier in Mont Dore entspringt die Dordogne die aus vielen kleinen Seitentälern gespeist wird. Überall gibt es Wasserfälle.

In Mont Dore gibt es sogar einen Bahnhof. Aber hier hat schon lange kein Zug mehr gehalten.

Mit dem Moped über einen Pass ist es nur ein Katzensprung nach Murol. Schon von weitem ist der gewaltige Steinhaufen zu sehen der hier in Form einer Burg auf einem Berg steht.

Das Gemäuer ist recht gut erhalten und eine Besichtigung wert.

Einige erhaltene Innenräume wurden wieder eingerichtet und im Sommer finden hier Ritterspiele statt.

In einem kleinen Park am Fuß der Burg stehen zwei schon sehr imposante Mammutbäume.

Mit dem Auto fahr ich irgendwann weiter auf die andere Seite des Massivs vom Puy Sancy. Das sind nur etwa 30 Kilometer und schon bin ich in der Nähe von Bresse. Hier ist es schon ein paar Grad wärmer und es gibt einiges zu entdecken.

Es gibt schöne Aussichten

Und die schon fast obligatorischen Dolmen